Vom Steinkeil zur Blockchain – schafft das der Homo sapiens?

Die IT-Branche hat ein Problem, an dem sie nicht vorbeikommt: den Menschen. Was nützen die raffiniertesten technischen Kunststücke an Soft- und Hardware, wenn letztendlich irgendwo ein Mensch sitzt, dessen Software, nämlich sein Gehirn, nicht ebenso raffiniert programmiert ist? Mit Verlaub, wenig.

Nach dem israelischen Historiker Yuval Noah Harari ist es die Biologie, die das Mögliche definiert, und die Kultur, die das Mögliche begrenzt. Und so läuft es auch mit der Disruption: Denn Evolution und Disruption bedingen einander – und nur wer hier die richtigen Einsichten gewinnt, kann damit auch umgehen.

In seiner Keynote spannt der Evolutionsbiologe und Verhaltensforscher Gregor Fauma den Bogen vom alltäglichen Verhalten der Menschen hin zur Digitalisierung. Kann das menschliche Gehirn mit AI überhaupt umgehen? Welche Implikationen stellen Big Data und Deep Learning für den Menschen? Ist Social Engineering die Antwort des Homo sapiens auf die immer komplexer werdenden IT-Systeme und ihre Algorithmen? Ist das Gehirn das unterlege Neuronale Netzwerk? Und unter welchen Umständen kann disruptives Verhalten evolutionär zu Erfolg führen? Oder bereiten wir gerade seelenruhig unseren Abschied vom Planeten vor?

Gregor Fauma führt seine Zuhörer humorig und fachlich profund entlang einer Zeitachse von fast 15 Millionen Jahren in das Jetzt und Hier. Vom Baum ins Büro, vom steinernen Faustkeil zur digitalen Blockchain, vom Affen zum IT-Fachmann, von der analogen in die digitale Welt. Welche entscheidende Rolle dabei immer noch die Evolution spielt, und wie wir damit umgehen sollten, sind die wesentlichen Inhalte dieses Vortrags.