Sager des Monats April

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg, kurz NTC Heidelberg, postete auf Facebook, dass in einer Studie 157 Hautärzte von zwölf Universitätskliniken aus Deutschland gegen einen Algorithmus antraten und verloren:
Sowohl die Ärzte als auch der Algorithmus beurteilten 100 Bilder danach, ob es sich um ein Muttermal oder einen schwarzen Hautkrebs handle. Am Ende war die künstliche Intelligenz erfolgreicher als die klinische Diagnostik. Die Diagnose von Hautveränderungen allein durch den Algorithmus ist allerdings nach Meinung der Heidelberger Wissenschaftler nicht zu empfehlen. Wie ist das nun zu verstehen? Wenn es die AI doch besser kann …?

Die Antwort darauf von Titus Brinker, Leiter der Studie und Wissenschaftler am DKFZ, NCT Heidelberg sowie Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg.  wurde zu meinem Sager des Monats April:

„Es ist ähnlich wie beim Autopiloten im Flugzeug: Bei gutem Flugwetter und häufigen Strecken ist das Assistenzsystem hilfreich. Bei schwierigen Landungen muss ein erfahrener Pilot hingegen Verantwortung übernehmen. Das kann ein Computer so allein nicht leisten.“

Analogien bieten sich in Interviews immer dann an, wenn der eigene, konkrete Fall für kurze Formulierung zu komplex scheint. Das üben wir in meinen Trainings. Analogien, wie jene des Autopiloten im Flugzeug, ist leicht zu folgen, sind leicht zu verstehen und letztendlich zustimmend abzunicken. Ein tolles Beispiel aus Deutschland. Gratulation!