Sager des Monats Dezember

Die ehemalige Nachrichtensprecherin, MEP (ÖVP) und nun FPÖlerin Ursula Stenzel zitiert einen recht umstrittenen deutschen Wissenschaftler und bringt dabei Gigatonnen mit Gigabytes durcheinander. Man könnte schmunzelnd darüber hinwegsehen, gäbe es a) nicht ihre entsprechende Biographie und b) nicht ihren doch sehr belehrenden Ton. Mit diesem Sager hat sie sich verewigt. Sie sagt:

„Er spricht von 38 Gigabyte CO2-Ausstoß pro Jahr. Von diesen 38 Gigabyte alleine stößt die Bundesrepublik Deutschland – jetzt nehmen wir Österreich dazu – ein bis zwei Gigabyte aus. Bleiben immer noch 36 übrig. Wenn sie die gesamte EU dazu nehmen, acht Gigabyte weniger.“ Nachsatz: „Bleiben immer noch 30 Gigabyte pro Jahr, die in den Kosmos verstrahlen.“ Weiters sagte sie, man „könne bestreiten, dass der Klimawandel menschengemacht sei.“

Fehler können passieren, aber bei Ex-Kollegen, die belehrend bis überheblich daherkommen, kennen MedienvertreterInnen nur wenig Gnade. Das Netz so und so nicht. Hier der Link des Zitats samt einiger witziger Netzfunde von den OÖN:
https://www.nachrichten.at/panorama/web/gigabyte-sager-erheitert-das-netz;art122,3197590

Sager des Monats November

Johann Gudenus spricht mit Wolfgang Fellner in der Sendung Fellner! Live über Ibiza und die Zeit danach. Gudenus plaudert. Plaudern ist etwas, das man in keinem Interview tun sollte. Never. Denn beim Plaudern verliert man rasch die Kontrolle und gibt Inhalte preis, die man womöglich, wenn bedacht, nicht gesagt hätte. Hier ein Beispiel und mein Sager des Monats:

„Am nächsten Tag habe ich einen Schädel gehabt wie nach einem guten Rausch, sagen wir es ganz offen, und Gedächtnisausfälle, was aber auch so vorkommt.“

Nicht plaudern, nachdenken vor dem Sprechen, nicht das Tempo vom Fragesteller übernehmen … Interview-Basics. Aber wahrscheinlich haben die Fehler mit den Gedächtnisausfällen zu tun, die bei ihm ja auch so vorkommen.



derstandard.at: „Schlechte Laune – hohe Performance“

der standard karriereSchlechtgelaunte Mitarbeiter sind nicht nur kritischer und analytischer, sondern auch fairer und rücksichtsvoller.

Kaum eine andere Funktionseinheit innerhalb eines Unternehmens ist so gefürchtet, wie das Controlling. Gegenüber Mitarbeitern im Controlling gibt es jede Menge Vorurteile: Sie seien „Zahlenreiter“ – und meist übel gelaunt. Wen wundert’s? Alles im Auge zu bewahren – und das ist schließlich die Aufgabe von Controllern – kann ganz schön nervig sein. Und wie die Wissenschaft zeigt, machen schlechtgelaunte Mitarbeiter ihre Arbeit besser:  … [weiterlesen]

Dem Einfluss der Emotionen auf unser Verhalten widmet die Keynote „Wir Affen …“ breiten Raum – lässt aber noch genug Platz für weitere, spannende Themen.

#6 Rache als Ratgeber?

Wir waren noch in der Savanne unterwegs, als uns die Emotionen geholfen hatten, heikle Situationen ohne langes Nachzudenken zu überstehen oder gar zu überleben. Man kann die Emotionen durchaus als Abschneider hin zu einer schnellen Entscheidung betrachten. Kämpfe oder laufe – und zwar jetzt!

Die Emotionen waren und sind aber auch die Sprache, die wir Menschen, gemeinsam mit den anderen Wirbeltieren, von Geburt an sprechen. Wir kommunizieren via Emotionen unseren Status, teilen mit, wie es uns geht und helfen so unseren Mitmenschen im Umgang mit uns. So wie man bei einer Katze oder einem Hund erkennt, dass man das Tier jetzt besser in Ruhe lässt, erkennen wir, ob die Chefin gerade in der Verfassung ist, sich um die eigenen Anliegen zu kümmern. Wir brauchen diese Emotionen für unsere Strategiespiele untereinander, anders wäre Verhalten in der Großgruppe nicht möglich.

Die Emotionen stehen uns aber auch im Weg. Denn als rasches Entscheidungssubstitut verhindern sie ein bedachtes Abwägen von Argumenten. Sie machen unseren Handlungsspielraum eng und verhindern das Erkennen von unterschiedlichen Handlungsalternativen. Die Emotionen lassen uns glauben, die richtige Entscheidung zu kennen – das stellt sich oft als ein Irrtum heraus. Wir sind eben nicht mehr in der Savanne, sondern in Konferenzräumen. Wir haben unsere Umgebungen dramatisch verändert.

Wer also kluge Entscheidungen treffen möchte, tut gut daran, zuzuwarten, bis die eigene Emotionalität abgeklungen ist. Nur dann haben wir die Möglichkeit, alle Handlungsalternativen zu erkennen und über sie nachzudenken. In der Emotionalität hingegen begehen wir Taten wie Jähzorn und Rache. Wir glauben uns damit im Recht. Was für ein Irrtum. Leider ist das nicht das Privileg von Kleinkindern:Neanderthaler_Menge_02_m

Frankreich hat sofort mit intensivem Rache-Bombardement auf Rakka als Antwort auf die Terroranschläge von Paris geantwortet. Jähzorn und Rache sind jedoch selten gute Ratgeber auf dem Weg zu einer Problemlösung.